Die Schatten der Vergangenheit

Mein Vorgängerartikel bei Paul

Die Zentralebei Hermione

Solche Tage sollte es öfter geben, nach dem der Chef das Spreng- und Paranoiaverbot erlassen hat, kommt seltsamerweise mal wieder etwas Ruhe in die Stadt. Waren es am Ende wir selbst die dieses ganze Chaos verursacht haben? Egal. Die Weltalarmsirene funktioniert endlich wieder und sogar das Einsatzaufkommen in der Stadt tendiert momentan gegen null.

Das einzige was mich im Moment wirklich belastet ist der Alptraum. Seit Timo in die Stadt gezogen ist verfolgt er mich jede Nacht. Es wird Zeit das was passiert ist aufzuarbeiten! Jetzt! Ich wandere durch die dunklen Gänge zu dem Raum in dem ich mein altes Leben eingeschlossen habe. Vor kurzem war ich noch hier drin aber da wollte ich auch so schnell wie möglich wieder hier raus. Jetzt muss es sein. Ich setze mich an den Schreibtisch. Der gute alte Schreibtisch, wie viele Fälle gingen über diesen Tisch bevor wir den Zugriff gemacht haben. Ich weiss es nicht mehr. Ich öffne die Schublade und hole meine alte Dienstwaffe heraus. Eine Spezialanfertigung der Firma Walther, mit Präzisionslauf und erweitertem Magazin. Es war auch diese Waffe die an jenem Abend in der Lagerhalle dafür sorgte das ich meinen Dienst quittiert habe.

Es war dunkel und mit Sicherheit nicht der beste Ort für einen geplanten Zugriff , aber wir hatten nur diese Chance. Sechse Monate waren wir diesen Medikamentenfälscher auf der Spur. Der Auftrag kam von ganz oben. Von der Ministerin persönlich. Wir hatten Akten gewälzt, Anrufe abgehör, Kontobewegungen geprüft und dann hatten wir sie. Jetzt mussten wir sie nur auf frischer Tat erwischen. Wir hatten aus einer anderen Ermittlung einen Herrn Satsch im Visier, der Typ pumpte wohl seine ganze Familie mit irgendwelchen Leistungssteigernden Mitteln voll. Dieser Satsch setzte sich nun mit der von uns observierten Bande in Verbindung. Satsch war nur ein kleiner Fisch und verhielt sich in keinster Weise konspirativ. Er teilte Ort und Zeit des Treffens offen am Telefon mit. Wir gingen nicht davon aus das die Bande sich dort blicken lässt, aber wir wollten diese Chance sie auffliegen zu lassen nicht ungennutzt lassen.

Es war neblig und Spätherbst, die Bäume hatten mittlerweile fast alle Blätter abgeworfen. Dunkel lag die Lagerhalle vor uns. Wir hatten zwei Einsatztrupps mit je 6 Mann gebildet. Trupp 1 ging aussen in Stellung um die Halle zu sichern. Mein Trupp ging rein und verschanzte sich im Dach. Wir warteten 2 Stunden dann fuhr Satsch vor. Er parkte mitten in der Halle und hatte anscheinend seinen Sohn mitgebracht. Scheisse das war nicht geplant. Ein Kind bei einem Zugriff bedeutet immer eine ernstliche Gefahr.  Doch jetzt konnten wir nicht mehr abbrechen. Zwei schwarze Daimler fuhren in die Halle und hielten direkt neben Satsch. Ok jetzt gleich ist es soweit. Jetzt darf nichts schiefgehen.

Aus den Autos stiegen insgesamt 6 Leute. 5 davon bis an die Zähne bewaffnet. Einer von ihnen, anscheinend der „Big Boss“ ging auf Satsch zu. Satsch übergab ein Bündel Geld an ihn woraufhin der Big Boss einem seiner Gorillas zunickte. Der Gorilla holte einen Aktenkoffer aus dem Kofferraum des Autos. Der Kauf war vollzogen. Jetzt oder nie!

„Zugriff“, brüllte ich in das Funkgerät und augenblicklich brach um uns die Hölle los…

Das nächste an das ich mich erinnern kann ist das ich direkt vor Timo auf dem Boden landete. Ich schmiss ihn zu boden, damit er nicht durch einen Streifschuss verletzt wird. Die ganze Aktion dauerte nur 2 Minuten aber am Ende war die Hälfte meines Trupps ausgelöscht. Eine wirkliche Katastrophe. Und ich bin dafür verantwortlich.

Ich lege die Waffe wieder in die Schublade und schliesse sie. Vielleicht sollte ich doch mal zu einem fähigen Psychologen gehen. Defihausen braucht mich schliesslich. Und ich sollte dringen mal mit Timo sprechen!

Advertisements

5 Antworten to “Die Schatten der Vergangenheit”

  1. […] 05.11. Die Schatten der Vergangenheit (Gottderaffen) […]

  2. mein Herz ist fast stehen geblieben..das wird doch nicht Mustafa gewesen sein??

  3. […] Gottderaffen hat inzwischen durchblicken lassen, woher er und Timo sich kennen. Nicht ganz das, was ich erwartet hätte. Die beiden sind ja doch nicht miteinander verwandt. Allerdings sollten sie wirklich mal miteinander über ihre gemeinsame Vergangenheit sprechen und das alles mal aufarbeiten. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: