Die Weltalarmsirene
Vorgängerartikel bei Ämpee
Es hat mich erwischt. Ich bin krank, Fieber, Husten und mir tut alles weh. Vielleicht sollte ich doch mal zum Arzt… Nein! Es gibt noch soviel zu tun da kann ich mir gar nicht erlauben krank zu feiern. Bei der letzten Weltalarmsirenenprobe hat sich herausgestellt das eben diese nicht richtig funktioniert. Also es hilft nix das Ding muss repariert werden. Nur noch mal fix in die E-Mails gucken. Ah die Angebote für den Einsatzleitzeppeline sind da. Die drucke ich mal gleich aus. Mal nachher drüber gucken. Erst die Arbeit dann das Vergnügen.
Ich mache mich also auf den Weg durch Stollen 5 der auf direktem Wege zu Ausstiegsschacht 26 neben dem Antennenarray und eben der Sirenenanlage. Ich öffne die Klappe und es ist schweinekalt. Hier oben 400 m über Defihausen hat man einen phantastischen Blick über die ganze Stadt. Ich frage mich warum ich nicht öfter einfach mal so hier hochstapfe, um eine zu rauchen und den Ausblick zu genießen. Nur schwer kann ich meinen Blick von meiner, zwar vollkommen durchgeknallten, aber geliebten Heimatstadt lösen. Also auf gehts. Mühsam schleppe ich mich hoch zur Sirene. Schon von weitem sehe ich das Problem. Ein Ast steckt im Rotor der Sirene fest und verhindert so das anlaufen. Das sollte schnell behoben sein. Aber einfach so kann ja jeder. Ich nehmen eine kleine Kugel meines Lieblingssprengstoffes und bringe ihn am Ast an. Jetzt noch der Zünder. Hoffentlich bekommt das keiner mit. Wo Sprengungen doch verboten sind. Naja wenn es nicht so praktisch wäre. So jetzt aber schnell in Deckung. Eine kleine Detonation schallt über den Hang. Der Ast zersplittert und atomisiert sich in alle Richtungen. Leider erwischt ein Splitter die Antenne für die Melderauslösung. Toll! Jetzt kann ich die auch reparieren. Naja frische Luft tut ja gut wenn man krank ist. Mit ein wenig Gaffa-Tape und viel Improvisation bekommt man ja bekanntlich alles wieder hin. Keine halbe Stunde später funktioniert auch die Antenne wieder und ich klettere nach einem kurzen Blick über die Stadt zurück in die Leitstelle. Jetzt brauch ich erst mal einen schönen heissen Bronchialkaffee gegen den Husten. Und dann werde ich die Angebote für die Einsatzleitzeppeline studieren.
Doch dazu kommt es nicht. Meine Gedanken bleiben wieder bei Timo hängen. Er hat mich zwar wieder erkannt, kann mich aber anscheinend noch nicht einordnen. Mein Gott, die Geister der Vergangenheit holen einen doch immer wieder ein. Dann ist es auf einmal wieder da, als wäre es gestern gewesen. Die dunkle alte Fabrikhalle. Die Typen in den Anzügen und mit dem dicken Mercedes. Und der Vater mit seinem kleinen Jungen. Ich frage mich was wäre passiert, wie wäre mein Leben verlaufen wenn die Katastrophe an diesem schwarzen Tag in meiner Vergangenheit nicht geschehen wäre…
Weiter gehts bei Hermione
Oktober 28, 2010 um 09:04
Dachte ich es mir doch, daß ich Dich da oben gesehen habe. Den Ausblick will ich auch mal haben. Machst Du Touren? Oder vielleicht nur eine Ausnahme für die Presse?
Oktober 28, 2010 um 09:17
Für dich doch immer… aber erstmal muß ich wieder gesund werden. Ich will ja nicht die ganze Stadt mit meiner Schnodderseuche beglücken.
Oktober 28, 2010 um 18:33
Gute Besserung! Ich komme dann auch mal mit einem Kamillenkaffee vorbei, damit es schneller geht.
Oktober 28, 2010 um 09:21
ich bekomme Gänsehaut…
Oktober 28, 2010 um 10:12
Hm, was war da damals bloß los? Ich möchte endlich wissen woher ich den gottderaffen kenne.
Vielleicht erfahre ich es ja irgendwann mal. Hoffentlich erfahre ich es nicht durch Albträume…
Oktober 28, 2010 um 14:49
In Defihausen gibt es sogar Bronchialkaffee? Ich bin begeistert!
Oktober 28, 2010 um 18:09
Ja… Leitstellenspezialmischung…
Oktober 29, 2010 um 00:56
[...] 28.10. Die Weltalarmsirene (GottderAffen) [...]